Im Gespräch mit ... Daisy Amodio

Daisy Amodio, 35 Jahre alt, gründete die Agentur „The Proposers“ im Jahr 2012, nachdem sie von ihrem „hoffnungslos unkreativen“ Bruder um Hilfe für seinen Heiratsantrag gebeten wurde. Daisy witterte ein neues Geschäftsfeld und beschloss, ein Unternehmen zu gründen, das für unbeholfene Ehemänner einzigartige und oftmals aufwendige Anträge entwickelt, mit denen sie dann ihre zukünftige Frau beeindrucken können. Fünf Jahre später hat sie von ihrem Firmensitz in London aus schon über 1.000 Frauen ein „Ja“ entlockt. Daisy plant, auch in die Hochzeitsplanung einzusteigen.

Ganz am Anfang habe ich mal den Begriff „Antragsplaner“ gegoogelt – ohne Ergebnis. Da wurde mir klar, dass es eine Marktlücke gibt. Ich habe 500 Männer gefragt, ob sie solch einen Service nutzen würden, und etwa die Hälfte konnte sich das gut vorstellen.

Überall wurde mir gesagt, ich sollte nicht gerade in einer Rezession meinen Job aufgeben. Aber das war mir egal. Ich hatte ein gutes Gefühl bei der Sache und war von meiner Idee überzeugt. Ich glaube, die Leute wollen heute alle etwas Besonderes. Kein Mensch will sagen, sein Heiratsantrag war ok. Er soll unvergesslich sein.

Zu Beginn arbeitete ich von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends in meinem alten Beruf, kam dann nach Hause und setzte mich noch einmal bis drei Uhr morgens an den Schreibtisch. Das ging ein Jahr lang so. Dieses Jahr war wirklich kein Zuckerschlecken. Mein Mann war nicht gerade begeistert davon, dass ich jede Nacht nur noch am Schreibtisch saß. Unsere Beziehung wurde auf eine harte Probe gestellt.

Man muss nun mal seine gesamte verfügbare Zeit investieren, damit der Plan aufgeht. Man muss für seine Idee leben und sein gesamtes Herzblut hineinstecken. Das habe ich dann ein Jahr lang gemacht. Und dann habe ich meine feste Stelle aufgegeben. Ich hatte schon etwas Angst. Wir mussten nämlich noch unsere Hypothek abbezahlen. Ich war schließlich nicht mehr 20 und hatte Verpflichtungen. Ganz leichtfertig traf ich diese Entscheidung also nicht.

Aber man muss seinen Traum mit Leidenschaft verfolgen und wirklich daran glauben. Wenn man bereit ist, hart zu arbeiten, wird man auch Erfolg ernten. Mein Tipp für jeden Neugründer: Wendet euch an einen Mentor. Es hilft nichts, Unmengen an Geld in ein Geschäft zu investieren, wenn man keine Recherche betrieben und sich ein paar gute Ratschläge eingeholt hat. Mein Mentor war mir eine riesige Hilfe.

Meinem jüngeren Ich würde ich heute sagen: Mach dir nicht zu viele Gedanken. Ich mache mir nämlich ständig Gedanken. Zum Beispiel darüber, wer meinen nächsten Gehaltsscheck zahlt. Ich habe jetzt mehrere Filialen und Mitarbeiter. Das ist also ein ständiges Thema für mich.

Ich habe mal jemandem blind vertraut, dem ich nicht hätte vertrauen sollen. In Geschäftsleben gibt es immer Menschen, die ihre eigenen Interessen verfolgen und dir von hinten ein Messer in den Rücken rammen können. Man muss gut aufpassen, wem man vertraut. Viele Menschen wollen ein Stück von deinem Erfolg abhaben, verfolgen aber nicht unbedingt die besten Absichten.

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Unser aufwendigster Heiratsantrag hat 150.000 £ gekostet. Wir planen jetzt auch die gesamte Hochzeit für den Bräutigam. Dafür steht uns ein Budget von einer Million Pfund zur Verfügung. Den Antrag hat er seiner Frau in Monaco gemacht. Wir haben ein ganzes Luxushotel in den Bergen angemietet. Es gab ein Feuerwerk vor der Kulisse des Mittelmeeres und ein riesiges „Willst du mich heiraten?“-Schild. An einen Baum haben wir die persönlichen Erinnerungen des Paares gehängt, und ein berühmter Schauspieler hat eine Rede über ihre Beziehung gehalten. Dazu spielte ein Orchester und ein rauchender Liebestrank brodelte vor sich hin ... Eine ganz schöne Inszenierung!

Ich hasse Katzen; tatsächlich habe ich eine Katzenhaarallergie. Aber vor Kurzem musste ich für einen Antrag mehrere Katzen organisieren. Der perfekte Ort für den Antrag: ein Katzencafé im Londoner Stadtteil Shoreditch, in dem 50 Katzen den Gästen Gesellschaft leisten. Für 25 Katzen fertigten wir eigene Kellnerkostüme an. Und eine Katze trug dann den Verlobungsring um den Hals. Das Paar kam in das Café und trank einen Kaffee. Ein Jazz-Sänger trat auf die Bühne und sang ein Katzenlied über das Paar. Die Braut musste die Katze mit dem Ring finden, woraufhin der künftige Bräutigam um ihre Hand anhielt. Für mich persönlich wäre das ein katastrophaler Heiratsantrag. Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden.

Das Paar kam in das Café und trank einen Kaffee. Ein Jazz-Sänger trat auf die Bühne und sang ein Katzenlied über das Paar.

In so einem Fall muss ich den Schein wahren. Ich muss auf meine Kunden als freundliche, aufgeschlossene Ansprechpartnerin wirken, die sich auf ihrem Gebiet auskennt. Wie Sie sich vorstellen können, brauche ich ganz unterschiedliche Outfits. Wenn ich im Büro bin, trage ich manchmal einfach Sneaker. Aber wenn ich mich mit einem Kunden im Ritz treffe, muss ich wie aus dem Ei gepellt aussehen. Oft spiele ich selbst eine Rolle in der Inszenierung für den Antrag. Ich war schon Bibliothekarin, Reiseleiterin und Piratin!

Ich muss vertrauenswürdig sein. Deshalb trage ich häufig Schwarz. Dazu darf es dann aber gerne ein wenig Farbe sein, zum Beispiel in Form einer auffälligen Statement-Kette. Wir sind kein Wirtschaftsunternehmen. Wenn ich mich zurecht mache, dann weil es mir Spaß macht.

Ich war ganz überrascht, dass ich in eine kleinere Größe passte als sonst. Ich trage eigentlich Größe 40. Aber alles, was ich anprobierte, hatte Größe 38 und war richtig gut geschnitten. Am besten hat mir an den Karen Millen Business-Looks gefallen, dass alle Teile eine so perfekte Passform hatten.

Die Hose mit hohem Taillenbund ist einfach fantastisch. Ich habe mich in dem Outfit so wohl gefühlt und gleichzeitig so glamourös. Es ist einerseits schwarz, hat aber fröhliche Akzente. Ich könnte es zu jedem beliebigen Anlass tragen. Ich hätte sonst nie meine Taille betont, weil ich immer dachte, dass mir das nicht steht. Ich war überrascht, dass dem nicht so ist. Auch der cremefarbene Mantel ist einfach umwerfend. Wenn ich draußen arbeite, sehe ich damit immer noch elegant aus.

Schlafen kannst du, wenn du tot bist. Das Leben hat so viel zu bieten! Schlafen ist wirklich überbewertet. Hol dir genug Schlaf, damit du funktionierst. Warum solltest du auch schlafen, wenn es so viel zu tun gibt?

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