Im Gespräch mit ... Serena - melita rose

Der zweite Teil unserer inspirierenden Interviewreihe: Jedes Mal sprechen wir mit starken und ambitionierten Frauen, die uns ihre Erfolgsgeheimnisse verraten.

Serena Francis, 33, gründete ihr Kerzengeschäft im Jahr 2012, als sie gerade mit ihrem Sohn Connor im Mutterschutz war. Obwohl sie vorher nie auch nur eine einzige Kerze selbst hergestellt hatte, wurde ihr Unternehmen Melita Rose ein voller Erfolg. Heute werden ihre Kerzen in fast allen britischen Whole Foods Markets, bei Fenwicks in Windsor und in rund 20 weiteren Geschäften in Großbritannien verkauft.

Ich wandte mich an The Prince‘s Trust, einer Beratungsstelle für Neugründer, weil ich nicht wusste, wie ich meine Idee weiter ausbauen sollte. Ursprünglich wollte ich nämlich einen Online-Schmuckhandel eröffnen. Die Leute dort trugen mich für eine einwöchige Schulung ein, wo ich lernte, wie man einen Business Plan formuliert, einen Absatzplan verfasst und ein Elevator Pitch hält.

Ehrlich gesagt: The Prince‘s Trust hat meine Idee in der Luft zerrissen. Eigentlich wollte ich Schmuck, Accessoires und Kerzen verkaufen. Aber sie sagten mir, ich solle mich auf eine Sache konzentrieren. Ich kann ziemlich dickköpfig sein, deshalb antwortete ich: „Kommt nicht in Frage. Ich weiß, was ich tue. Also vielen Dank!“ Als ich dann aber den Absatzplan und den Business Plan aufstellte, stellte sich ziemlich schnell heraus, dass die Leute vom Prince‘s Trust Recht hatten.

In meiner Familie haben Kerzen eine unheimlich große Bedeutung. Meine Mutter Rose und meine Großmutter Melita hatten überall in ihren Wohnungen Kerzen und ätherische Öle. Diese beiden Frauen sind die wichtigsten Menschen in meinem Leben. Deshalb stand schnell der Name „Melitarose“ fest.

Wir sind ein Familienbetrieb; meine Großmutter poliert jede Dose und jedes Glas, bevor wir es verschicken. Jede verkaufte Kerze hat einen riesigen Stellenwert für mich, denn sie alle tragen den Namen meiner Mutter und meiner Großmutter.

Um andere Kerzen zu verkaufen als die Konkurrenz, haben wir uns vor allem der Verpackung gewidmet. Die meisten Kerzen werden in Pappkartons oder Aluschalen verkauft. Wir haben uns stattdessen für einen recycelbaren Jutebeutel entschieden. Für jeden Duft ist der Beutel in einem anderen Design gehalten. Wenn jemand eine Kerze von uns verschenkt, ist die Kerze auch wirklich wie ein Geschenk verpackt.

Den Wachs für unsere Kerzen kaufen wir in Großbritannien ein, und unsere Taschen stammen aus fairem Handel. Das ist uns sehr wichtig. Die einzelnen Arbeitsschritte übernehmen wir selbst: Wir verkleben jeden Docht von Hand; das mache ich entweder selbst oder meine Mutter oder manchmal auch meine Schwester.

Unsere Kerzen kann man in fast allen Whole Foods Markets in Großbritannien kaufen. Das ist unser größter Kunde. Ich musste ganz schön hartnäckig um ihn werben, und zwar ein ganzes Jahr lang. In Bezug auf Melitarose ist mir nichts einfach so in den Schoß gefallen.

Niemals werde ich das Meeting im Hauptsitz von Whole Foods Markets vergessen. Vor dem Meeting dachte ich: „Wenn sie unsere Kerzen auch nur in einem einzigen Laden verkaufen würden, wäre ich so glücklich!“ Und am Ende des Meetings sagte der Einkäufer doch tatsächlich zu mir: „Ich kann mir vorstellen, Melitarose in all unseren Filialen anzubieten." Als ich das hörte, bin ich innerlich ausgeflippt.

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Die Leute fragten mich: „Wie willst du es anstellen, wenn mal eine Großbestellung bei dir eingeht?“ Darauf antwortete ich: „Darüber kann ich mir Gedanken machen, wenn es so weit ist.“ Und dann war es so weit. Whole Foods bestellte 900 Kerzen, die sie innerhalb von zwei Wochen geliefert haben wollten. In den zwei Wochen schlugen wir uns die Nächte um die Ohren. Aber es stand ganz außer Frage, den Auftrag nicht anzunehmen.

Ein echter Traum wäre es, meine Kerzen bei Liberty zu vertreiben. Aber darauf muss ich mich noch richtig vorbereiten. Eine Sache, die ich gelernt habe, ist Geduld. Manchmal ist es besser, sich zurückzuhalten, bis man sich 100 % sicher ist, statt sich mit wehenden Fahnen sofort auf eine Sache zu stürzen.

Wichtig ist auch, dass man seinen Job nicht nur des Geldes wegen macht. Dann kann man nur enttäuscht werden. Über The Prince‘s Trust lernte ich Levi Roots kennen. Er erzählte mir, dass es Jahre dauerte, bis er mit seiner Arbeit endlich Geld verdiente. Deshalb sollte man sich seinen Zielen mit Leidenschaft widmen. Wenn es nämlich mal schlechte Tage gibt, weiß man trotzdem, wofür man so hart arbeitet.

Mein Standard-Outfit besteht aus Jeans, Blusen in allen möglichen Mustern und Farben und einem Oversize-Mantel. Darin fühle ich mich stark. Als Kontrast dazu trage ich unheimlich gerne meine Jeansjacke und dazu schwarze oder graue Stilettos oder Stan Smiths.

Dieses rote Kleid ist ein absoluter Traum. Es ist perfekt geschnitten – zwar sexy, aber nicht übertrieben.

Ich mag die Einfachheit des dänischen Stils: Er ist einerseits super-cool, andererseits ganz schlicht. Meine Farbpalette ist eher zurückhaltend. In jüngeren Jahren kleidete ich mich in allen Farben des Regenbogens. Heute habe ich mich modisch an meine Rolle als Geschäftsfrau und Mutter angepasst und meine Farbauswahl etwas eingeschränkt.

Mein Kleiderschrank besteht aus Einzelteilen, die ich gut miteinander kombinieren kann. Ein schwarzes Kleid, Jeans in allen Farben, Blusen in allen Farben, Trenchcoats, ein beiger Wollmantel und Lederjacken. Ich habe nun mal keine Zeit dafür, stundenlang an neuen Outfits zu basteln. Meine Farben sind Schwarz, Grau, Marineblau und Weiß.

Für mich steht die Mode von Karen Millen für Selbstvertrauen, Weiblichkeit und auf eine subtile Art auch verführerische Eleganz. Beim Foto-Shooting fühlte ich mich ausgesprochen weiblich und sexy. Die Lederjacke würde ich am liebsten gar nicht mehr ausziehen. Man kann sie unheimlich gut kombinieren. Durch sie hat jedes Outfit sofort eine lässige Note. Das passt perfekt zu mir.

Ein weiteres Highlight ist das gestreifte Blusenkleid. Es ist schlicht, aber feminin. Die Loafer sind einfach ideal, wenn ich mit dem Zug oder mit dem Auto unterwegs zu einem geschäftlichen Termin bin. Ich bin begeistert von diesen vielseitigen und praktischen Business-Outfits.

Mein Sohn ist meine tägliche Motivation. Glücklicherweise kann ich ihn jeden Tag selbst zur Schule bringen und wieder abholen. Das ist keinesfalls selbstverständlich. Für eine berufstätige Mutter ist das ein echtes Geschenk.

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